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Cardioid-Subwoofer: Endfire, Gradient, DBA – Abstand und Delay berechnen

Subwoofer strahlen in alle Richtungen – auf der Bühne dröhnt es, im Publikum fehlt der Druck. Mit zwei Subs, einem Delay und etwas Physik wird daraus eine Niere. Wie Endfire und Gradient funktionieren, mit Rechner.

  • Technik erklärt, keine Testsieger
  • Rechnet im Browser
  • Preisspannen statt Preise

Cardioid-Rechner: Abstand und Delay

Rechenfrequenz, Temperatur und beim Gradient-Aufbau den Abstand der Schallaustritte – du bekommst Wellenlänge, Abstand und Delay für Endfire und Gradient.

Geprüft am 11.10.2026Lesezeit 3 Minuten3 Quellen
Inhalt dieser Seite
  1. Warum Subwoofer rundum strahlen
  2. Endfire
  3. Gradient / Cardioid
  4. Double Bass Array im Studio
  5. Praxis
  6. Häufige Fragen

Wir testen keine Geräte: Diese Seite erklärt die Technik, rechnet mit Formeln und nennt Geräteklassen mit Preisspannen (Marktbeobachtung Oktober 2026). Genannte Modelle sind Beispiele, keine Testsieger. Werbelinks zu Amazon sind gekennzeichnet. Wie wir arbeiten

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter 100 Hz sind Wellen 3–10 m lang – ein Sub strahlt rundum. Cardioid-Anordnungen nutzen Laufzeit und Verpolung, damit sich der Schall nach vorn addiert und nach hinten auslöscht.
  • Endfire: Subs hintereinander im Abstand λ/4, der vordere (publikumsseitige) verzögert – etwa 10–15 dB weniger nach hinten im Bereich um die Rechenfrequenz.
  • Gradient (Cardioid): zwei Subs Rücken an Rücken, hinterer verpolt und um Abstand der Schallaustritte/c verzögert, Pegel nach Messung angleichen – kompakt, Standardlösung.
  • DBA (Double Bass Array) im Studio: Subs vorn, verzögerte, verpolte Subs hinten löschen die Reflexion der Rückwand aus – ebene Welle ohne Moden.

Warum Subwoofer rundum strahlen

Ein Lautsprecher richtet Schall nur, wenn seine Membran groß gegen die Wellenlänge ist. Bei 60 Hz ist die Welle 5,7 m lang – jeder Sub ist dagegen winzig und strahlt kugelförmig. Auf der Bühne heißt das: Der Bass ist hinter den Subs so laut wie davor, Mikrofone nehmen ihn auf, Musiker hören sich nicht, und im Publikum fehlt der Druck, der nach hinten verpufft. Die Lösung sind Anordnungen mehrerer Subs, die sich nach vorn addieren und nach hinten auslöschen.

Endfire

Zwei (oder mehr) Subs hintereinander in einer Linie Richtung Publikum, Abstand ein Viertel der Wellenlänge der Mittenfrequenz (bei 63 Hz: 1,36 m). Der hintere Sub (bühnenseitig) spielt unverzögert, der vordere (publikumsseitige) bekommt ein Delay von Abstand/c (bei 1,36 m: 3,97 ms) – er wartet, bis die Welle des hinteren bei ihm ankommt. Nach vorn kommen beide Wellen gleichzeitig an und addieren sich; nach hinten ist der vordere um λ/4 plus das Delay (= λ/2) versetzt und löscht aus. Vorteil: volle Leistung nach vorn; Nachteil: braucht Tiefe und wirkt nur um die Rechenfrequenz ±1 Oktave.

Gradient / Cardioid

Zwei Subs Rücken an Rücken (oder ein Stack mit einem nach hinten gedrehten Sub): der nach hinten gedrehte wird verpolt und um den Abstand der beiden Schallaustritte geteilt durch c verzögert (bei 0,75 m: 2,18 ms); seinen Pegel gleichst du per Messung hinter dem Array ab, meist 0 bis −3 dB. Nach hinten löschen sich die Wellen aus, nach vorn verbleibt der Großteil. Kompakt, bewährt, in vielen DSP-Presets fertig hinterlegt („Cardioid“). Preis: etwa 3 dB weniger Pegel nach vorn als zwei gleichgerichtete Subs. Der Rechner oben liefert Abstand und Delay für beide Aufbauten, auf Wunsch temperaturabhängig.

Double Bass Array im Studio

Im Abhörraum stört nicht die Bühne, sondern die Rückwand, die den Bass reflektiert und erzeugt Raummoden. Ein DBA stellt Subs an der Vorderwand (z. B. 2 × 2 in einem Raster) und ebenso viele an der Rückwand, die das Signal verpolt und um Raumlänge/c verzögert wiedergeben und so die ankommende Welle „schlucken“. Ergebnis: eine ebene Welle, die durch den Raum läuft und nicht zurückkommt; Moden verschwinden weitgehend. Aufwand: vier bis acht Subs, DSP mit Delay, rechteckiger Raum. Für Profis und Enthusiasten – der Rest nimmt Bassfallen (siehe Raumakustik).

Praxis

Nach dem Aufbau mit Messmikro oder Smaart/REW prüfen: hinter der Anordnung sollte der Pegel im Arbeitsbereich 10–15 dB niedriger sein. Delays und Pegel feinjustieren, Trennfrequenz zu den Tops bei 80–100 Hz. Die Auslöschung ist bandbegrenzt – bei 40 Hz und 120 Hz wirkt sie deutlich schwächer als bei der Rechenfrequenz.

Häufige Fragen

Was ist ein Cardioid-Subwoofer?

Eine Anordnung (oder ein fertiges System), bei der mehrere Subs durch Laufzeit und Verpolung nach vorn abstrahlen und nach hinten auslöschen – Nierencharakteristik statt Kugel.

Endfire oder Gradient?

Endfire bringt mehr Pegel nach vorn, braucht Platz in der Tiefe. Gradient ist kompakt und kostet 3 dB. Beide wirken nur um die Rechenfrequenz herum stark.

Welches Delay für Cardioid?

Abstand der Subs geteilt durch 343 m/s – bei 1 m etwa 2,9 ms. Der Rechner oben nennt es für deine Frequenz.

Was ist ein DBA?

Double Bass Array: Subs vorn und verpolte, verzögerte Subs hinten im Abhörraum – löscht Rückwandreflexionen und Raummoden weitgehend aus.

Quellen

  1. Wikipedia: Subwoofer – Cardioid-Anordnungen – https://de.wikipedia.org/wiki/Subwoofer (abgerufen 10.10.2026)
  2. Wikipedia: Raummode – axiale, tangentiale, schräge Moden – https://de.wikipedia.org/wiki/Raummode (abgerufen 10.10.2026)
  3. Wikipedia: Lautsprecher – Kennschalldruck, Belastbarkeit, Impedanz – https://de.wikipedia.org/wiki/Lautsprecher (abgerufen 10.10.2026)
Redaktion tools4music.de. Erstmals veröffentlicht im September 2023, vollständig neu geschrieben und geprüft am 11.10.2026. Kaufberatung, keine Gerätetests – Preise beim Händler prüfen.

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