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Wir testen keine Geräte: Diese Seite erklärt die Technik, rechnet mit Formeln und nennt Geräteklassen mit Preisspannen (Marktbeobachtung Oktober 2026). Genannte Modelle sind Beispiele, keine Testsieger. Werbelinks zu Amazon sind gekennzeichnet. Wie wir arbeiten
Das Wichtigste in Kürze
- Room EQ Wizard (REW) ist kostenlose Messsoftware für Windows, Mac und Linux; nötig sind ein Messmikrofon (USB, 60–120 €) oder ein Kleinmembran-Messmikro am Interface.
- Der Sweep misst Frequenzgang, Nachhall (RT60) und zeigt im Wasserfall, welche Frequenzen nachklingen – die Raummoden.
- Axiale Moden lassen sich aus den Raummaßen vorhersagen (f = n·c/2L); der Rechner oben zeigt sie und die Schroeder-Frequenz, unter der Moden den Klang bestimmen.
- EQ kann Überhöhungen senken, keine Auslöschungen füllen; gegen Moden helfen Bassfallen, Position und Monitorwahl.
Was du brauchst
REW (roomeqwizard.com, kostenlos), ein Messmikrofon mit Kugelcharakteristik und Kalibrierdatei (USB-Messmikros 60–120 € sind am einfachsten; alternativ ein Kleinmembran-Messmikro am Interface), ein Stativ und 20 Minuten. Die Kalibrierdatei des Herstellers lädst du in REW unter Preferences → Mic/Meter.
Messen in fünf Schritten
- Pegel: Soundcard-Kalibrierung überspringen (bei USB-Mikros), Ausgangspegel so, dass der Sweep deutlich über dem Grundrauschen liegt (REW „Check Levels“).
- Mikro an den Hörplatz: auf Ohrhöhe, Kugel nach oben oder zu den Monitoren (je nach Kalibrierung), Stuhl weg.
- Sweep: „Measure“, 20 Hz–20 kHz, erst links, dann rechts, dann beide – je eine Messung.
- Lesen: SPL-Graph mit 1/6-Oktave-Glättung für den Überblick, ohne Glättung für Moden; Waterfall zeigt Nachklingen unter 300 Hz; RT60 die Nachhallzeit je Band.
- Vergleichen: Monitore 10 cm verschieben, Hörplatz 20 cm, nochmal messen. Die Position bringt mehr als jeder EQ.
Raummoden verstehen
Zwischen zwei parallelen Wänden bilden sich stehende Wellen bei f = n · 343 / (2 · Abstand): bei 4,5 m Länge 38 Hz, 76 Hz, 114 Hz. Dazu kommen Moden zwischen Decke und Boden, zwischen den Seitenwänden und schräge Kombinationen. An Wänden und in Ecken sind alle Moden maximal (deshalb wirken Bassfallen dort), in der Raummitte fehlen die ungeraden – deshalb klingt der Bass in der Mitte dünn. Der Rechner oben listet die axialen Moden; die Schroeder-Frequenz (bei kleinen Räumen 150–300 Hz) ist die Grenze, unter der einzelne Moden dominieren und EQ versagt.
Nachhallzeit
Für Abhörräume nennt die EBU (Tech 3276) als Ziel T = 0,25 s × (Volumen / 100 m³)^⅓, begrenzt auf 0,2 bis 0,4 s – kleine Räume landen bei 0,2 s –, möglichst gleichmäßig über die Frequenz. Den Ist-Wert schätzt der Rechner oben nach Sabine (T = 0,161 · V / A) und nennt die fehlende Absorberfläche. Wohnzimmer liegen bei 0,5–0,8 s – zu viel für ehrliche Mischungen. Absorber an Erstreflexionspunkten (Spiegeltrick: Wo du im Spiegel an der Seitenwand den Monitor siehst, hängt der Absorber), an der Decke über dem Platz und hinter dir drücken die Zeit; poröse Absorber ab 10 cm Dicke wirken bis in die Mitten, gegen Bässe helfen nur dicke Bassfallen (30–40 cm) oder Plattenresonatoren.
Was EQ kann und was nicht
REW berechnet Filter für Überhöhungen (EQ-Fenster), die du in Monitoren mit DSP, in einem Plugin oder in einem Raumkorrektursystem lädst. Das glättet Peaks um ±3–6 dB und hilft hörbar. Auslöschungen (Löcher) lassen sich nicht füllen – mehr Leistung an der Stelle verpufft in der Auslöschung. Dort helfen nur Position und Absorption. Faustregel: erst Position, dann Absorber, dann EQ für den Rest.
Häufige Fragen
Ist REW wirklich kostenlos?
Ja, REW ist Freeware für Windows, macOS und Linux; der Entwickler bittet um Spenden.
Welches Messmikrofon für REW?
Ein USB-Messmikro mit Kugelcharakteristik und individueller Kalibrierdatei (60–120 €) – einfach und genau genug. Alternativ Kleinmembran-Messmikros am Interface.
Was ist die Schroeder-Frequenz?
Die Grenze, unter der ein Raum durch einzelne Moden geprägt ist (2000·√(RT60/V)); in Homestudios 150–300 Hz. Darunter helfen Position und Bassfallen, nicht EQ.
Kann ich den Bass per EQ reparieren?
Überhöhungen ja, Löcher nein. Auslöschungen entstehen durch Reflexionen – die lassen sich nur mit Position und Absorption ändern.
Quellen
- REW – Room EQ Wizard (kostenlose Messsoftware, Dokumentation) – https://www.roomeqwizard.com/ (abgerufen 10.10.2026)
- Wikipedia: Raummode – axiale, tangentiale, schräge Moden – https://de.wikipedia.org/wiki/Raummode (abgerufen 10.10.2026)
- Wikipedia: Nachhallzeit und DIN 18041 – https://de.wikipedia.org/wiki/Nachhallzeit (abgerufen 10.10.2026)
- Wikipedia: Studiomonitor – Nahfeld, Midfield, Aufstellung – https://de.wikipedia.org/wiki/Studiomonitor (abgerufen 10.10.2026)
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